Eine kurze Erklärung zu.. Warum eigentlich Bergen in Norwegen?
Im Mai war eine meiner Bewerbungen nach
einem telefonischen Interview erfolgreich. Es handelt sich dabei um
eine dreijährige Wissenschaftler-Stelle (PostDoc-Stelle) am
Marineforschungsinstitut in Bergen. In Bergen auf Rügen gibt es kein
Forschungsinstitut, somit handelt es sich also um das Bergen in
Norwegen. Damit einhergehend sollte ich also demnächst nach Norwegen
umziehen. Zum Glück musste ich erst Ende Juli nach Bergen ziehen,
denn ich war ja erst Ende März nach Kiel gezogen. Barbara konnte
ihren Arbeitsplatz auch nach Bergen verlegen, weshalb wir uns dann
beide nach unserer Konferenz in Japan
(
ASLO-Konferenz am Biwasee in Japan)
auf den Weg nach Norwegen machten.
Vor
der Reise...
25.07.12
Nachdem alles ab- und umgemeldet war
mussten wir 'nur' noch unsere gesamte Wohnung in Kiel ausräumen und
das Mietauto mit unserem 'nötigsten' Kram vollpacken. Schon am Tag
zuvor hatten wir etliche unserer Sachen zusammengepackt. Am Vormittag
sollte dann noch der Rest gepackt werden und ich fing an die sehr
sperrigen Möbel grob auseinanderzubauen. Am Nachmittag hatte ich
zwei Studenten bestellt, welche uns halfen, die Möbel für den
Sperrmüll an die Strasse zu stellen und die schwersten Kisten
runterzuschleppen. Diese Investition hatte sich auf jeden Fall
gelohnt, wenn man den 5 Stock, das warme Klima und die davonrennende
Zeit berücksichtigt. Danach holte ich das Mietauto von Europcar ab.
Irgendwie hatte ich mir einen Skoda Fabia Combi vom Fassungsvermögen
dann doch etwas größer vorgestellt. So mussten wir etliche Sachen
mit einem weinenden Auge auf den schon recht großen Sperrmüllhaufen
packen. Dann hieß es also den Kofferraum bis zum Anschlag
vollstopfen. Und wenn ich meine Anschlag, dann bedeutet das, dass
wirklich jede noch so kleine Lücke mit irgendetwas vollgestopft
wurde. Die Karre sah schon fast ein wenig überladen aus. Egal, noch
mehr wegschmeißen war nicht drin, oder besser gesagt, will man dann
auch nicht. Nun musste man sich die Nacht nur noch Sorgen um die
teuren PCs im Auto machen. Spät abends hieß es dann noch kurz die
Wegstrecke einstudieren, denn ein Navi oder eine Karte hatten wir
nicht, nur eine Google.maps-Wegbeschreibung. Aber der Weg sollte
eigentlich gut ausgeschildert sein...
Die
Reise beginnt...
26.-27.07.12
Nach ca. vier Stunden Schlaf klingelte
der Wecker um 5 Uhr morgens. Nach dem Zähneputzen noch schnell die
Rucksäcke ins Auto gequetscht, einen Energiedrink an der Tanke
gekauft und ab ging die Fahrt Richtung Dänemark. In Dänemark war
dann plötzlich Vollsperrung der Autobahn und ich bangte um unsere
gebuchte Fähre. Man sollte eine Stunde vor der Fährabfahrt dort
sein und ich hatte eine halbe Stunde extra für Eventualitäten
eingeplant, aber keinen stundenlangen Stau. Da fielen mir die meine
vorherigen Norwegenreisen ein, bei denen der Schmie immer auf 3
Stunden Pufferzeit zur Fähre bestanden hatte. Schwitzend im Stau
stehend begriff ich zumindest diese Vorsichtsmaßnahme. Zum Glück
löste sich der Stau nach einer halben Stunde auf und wir machten
eine Punktlandung an der Fähre, was die Zeit betraf.
Die Fähre fuhr in 3:15 Stunden von
Hirtshals (Nordzipfel Dänemarks) nach Kristiansund (Südecke
Norwegens). Ich schlief etwas auf unserer Superspeed-Fähre von
Colorline, da ich schon auf den Strassen Dänemarks fast in den
Sekundenschlaf gefallen bin. Dann kam der eigentlich wirklich
kritische Teil, der Zoll. Wenn man nach Norwegen umzieht, braucht man
nämlich eigentlich eine Liste mit allen zollpflichtigen Sachen,
welche man einführt. Zudem dürfen technische Geräte nicht jünger
als ein Jahr sein, wenn man diese zollfrei einführen möchte. Hm,
die Liste hatten wir natürlich nicht und drei unserer mitgeführten
Computer waren jünger als ein Jahr. Ich kam dann wirklich ins
Schwitzen als ich beim verlassen der Fähre die Leute vom Zoll die
Stichprobenautos rauswinken sah. Ich kam mit dem Auto näher und der
Zollbeamte fixierte mich kurz, dann winkte er doch erst das Auto nach
uns heraus. Ich hätte fast einen Luftsprung vor Freude im Auto
gemacht, ersparte uns das doch potentiellen Ärger und vor allem ein
Auspacken (und natürlich wieder einpacken) unserer kompletten
Fracht. Nach diesem Thriller ging es dann noch ein paar Stunden
weiter die E39 Richtung Bergen. Schließlich fanden wir einen netten
Campingplatz zum Übernachten und bauten unendlich müde unser Zelt
auf...
7 Uhr am nächsten Tag ging es dann
weiter Richtung Bergen. Und schon kam das nächste unvorhergesehene
Ereignis. Eine automatische Mautstation, welche anscheinend nur ein
Foto schießt. Ich konnte nur hindurchfahren und mich fragen, wie sie
mir wohl automatisch die Mautgebühren zukommen lassen wollen. Bei
der nächsten Tankstelle fragte ich dann nach und man sagte mir, dass
ich die Rechnung irgendwie zugeschickt bekomme, man aber nicht im
Vorraus bezahlen kann. Später fand ich dann heraus, dass man sich im
Internet mit dem Autokennzeichen registieren sollte und die Gebühren
dann später von der angegebenen Kreditkarte abgebucht werden. Zum
Glück konnte man das auch noch nachträglich machen.
Auf dem weiteren Weg passierten wir
noch 2 Fähren von jeweils 30 und 45 min und etliche kilometerlange
Tunnel. Manche waren Unterwassertunnel und echt der Hammer. Es ging
im steilen Winkel bergab in die Erde, als ob man zum Mittelpunkt
fahren würde und danach wieder im steilen Winkel bergauf. Also
Tunnel bauen können die Norweger! Nach 5 Stunden Fahrt waren wir
dann endlich in Bergen und wir fanden doch tatsächlich sofort zu
unserem neuen Domizil, ohne uns zu verfahren. Die
Wohnungseigentümerin Henny hat einen Laden im Erdgeschoss (mehr dazu
in einem späteren Blogeintrag) und half uns zusammen mit ihrem Mann
Raby beim Auspacken des Autos. Bergen begrüsste uns dabei mit seinem
natürlichen Wetter: Regen. Danach brachte ich das Mietauto zu
Europcar. Zum Glück gab mir Henny ihr Navi, da ich vergessen hatte
mir zu notieren, wo genau die Europcar-Station in Bergen ist. Wieder
zurück in unserer neuen Wohnung packten wir noch ein wenig die
Sachen aus dem Weg und gingen extrem erschöpft ins Bett.