Montag, 30. Juli 2012

Auf nach Bergen in Norwegen!


Eine kurze Erklärung zu.. Warum eigentlich Bergen in Norwegen?
Im Mai war eine meiner Bewerbungen nach einem telefonischen Interview erfolgreich. Es handelt sich dabei um eine dreijährige Wissenschaftler-Stelle (PostDoc-Stelle) am Marineforschungsinstitut in Bergen. In Bergen auf Rügen gibt es kein Forschungsinstitut, somit handelt es sich also um das Bergen in Norwegen. Damit einhergehend sollte ich also demnächst nach Norwegen umziehen. Zum Glück musste ich erst Ende Juli nach Bergen ziehen, denn ich war ja erst Ende März nach Kiel gezogen. Barbara konnte ihren Arbeitsplatz auch nach Bergen verlegen, weshalb wir uns dann beide nach unserer Konferenz in Japan (ASLO-Konferenz am Biwasee in Japan) auf den Weg nach Norwegen machten.


Vor der Reise...

25.07.12
Nachdem alles ab- und umgemeldet war mussten wir 'nur' noch unsere gesamte Wohnung in Kiel ausräumen und das Mietauto mit unserem 'nötigsten' Kram vollpacken. Schon am Tag zuvor hatten wir etliche unserer Sachen zusammengepackt. Am Vormittag sollte dann noch der Rest gepackt werden und ich fing an die sehr sperrigen Möbel grob auseinanderzubauen. Am Nachmittag hatte ich zwei Studenten bestellt, welche uns halfen, die Möbel für den Sperrmüll an die Strasse zu stellen und die schwersten Kisten runterzuschleppen. Diese Investition hatte sich auf jeden Fall gelohnt, wenn man den 5 Stock, das warme Klima und die davonrennende Zeit berücksichtigt. Danach holte ich das Mietauto von Europcar ab. Irgendwie hatte ich mir einen Skoda Fabia Combi vom Fassungsvermögen dann doch etwas größer vorgestellt. So mussten wir etliche Sachen mit einem weinenden Auge auf den schon recht großen Sperrmüllhaufen packen. Dann hieß es also den Kofferraum bis zum Anschlag vollstopfen. Und wenn ich meine Anschlag, dann bedeutet das, dass wirklich jede noch so kleine Lücke mit irgendetwas vollgestopft wurde. Die Karre sah schon fast ein wenig überladen aus. Egal, noch mehr wegschmeißen war nicht drin, oder besser gesagt, will man dann auch nicht. Nun musste man sich die Nacht nur noch Sorgen um die teuren PCs im Auto machen. Spät abends hieß es dann noch kurz die Wegstrecke einstudieren, denn ein Navi oder eine Karte hatten wir nicht, nur eine Google.maps-Wegbeschreibung. Aber der Weg sollte eigentlich gut ausgeschildert sein...


Die Reise beginnt...

26.-27.07.12
Nach ca. vier Stunden Schlaf klingelte der Wecker um 5 Uhr morgens. Nach dem Zähneputzen noch schnell die Rucksäcke ins Auto gequetscht, einen Energiedrink an der Tanke gekauft und ab ging die Fahrt Richtung Dänemark. In Dänemark war dann plötzlich Vollsperrung der Autobahn und ich bangte um unsere gebuchte Fähre. Man sollte eine Stunde vor der Fährabfahrt dort sein und ich hatte eine halbe Stunde extra für Eventualitäten eingeplant, aber keinen stundenlangen Stau. Da fielen mir die meine vorherigen Norwegenreisen ein, bei denen der Schmie immer auf 3 Stunden Pufferzeit zur Fähre bestanden hatte. Schwitzend im Stau stehend begriff ich zumindest diese Vorsichtsmaßnahme. Zum Glück löste sich der Stau nach einer halben Stunde auf und wir machten eine Punktlandung an der Fähre, was die Zeit betraf.
Die Fähre fuhr in 3:15 Stunden von Hirtshals (Nordzipfel Dänemarks) nach Kristiansund (Südecke Norwegens). Ich schlief etwas auf unserer Superspeed-Fähre von Colorline, da ich schon auf den Strassen Dänemarks fast in den Sekundenschlaf gefallen bin. Dann kam der eigentlich wirklich kritische Teil, der Zoll. Wenn man nach Norwegen umzieht, braucht man nämlich eigentlich eine Liste mit allen zollpflichtigen Sachen, welche man einführt. Zudem dürfen technische Geräte nicht jünger als ein Jahr sein, wenn man diese zollfrei einführen möchte. Hm, die Liste hatten wir natürlich nicht und drei unserer mitgeführten Computer waren jünger als ein Jahr. Ich kam dann wirklich ins Schwitzen als ich beim verlassen der Fähre die Leute vom Zoll die Stichprobenautos rauswinken sah. Ich kam mit dem Auto näher und der Zollbeamte fixierte mich kurz, dann winkte er doch erst das Auto nach uns heraus. Ich hätte fast einen Luftsprung vor Freude im Auto gemacht, ersparte uns das doch potentiellen Ärger und vor allem ein Auspacken (und natürlich wieder einpacken) unserer kompletten Fracht. Nach diesem Thriller ging es dann noch ein paar Stunden weiter die E39 Richtung Bergen. Schließlich fanden wir einen netten Campingplatz zum Übernachten und bauten unendlich müde unser Zelt auf...
7 Uhr am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Bergen. Und schon kam das nächste unvorhergesehene Ereignis. Eine automatische Mautstation, welche anscheinend nur ein Foto schießt. Ich konnte nur hindurchfahren und mich fragen, wie sie mir wohl automatisch die Mautgebühren zukommen lassen wollen. Bei der nächsten Tankstelle fragte ich dann nach und man sagte mir, dass ich die Rechnung irgendwie zugeschickt bekomme, man aber nicht im Vorraus bezahlen kann. Später fand ich dann heraus, dass man sich im Internet mit dem Autokennzeichen registieren sollte und die Gebühren dann später von der angegebenen Kreditkarte abgebucht werden. Zum Glück konnte man das auch noch nachträglich machen.

Fahrt nach Bergen

Auf dem weiteren Weg passierten wir noch 2 Fähren von jeweils 30 und 45 min und etliche kilometerlange Tunnel. Manche waren Unterwassertunnel und echt der Hammer. Es ging im steilen Winkel bergab in die Erde, als ob man zum Mittelpunkt fahren würde und danach wieder im steilen Winkel bergauf. Also Tunnel bauen können die Norweger! Nach 5 Stunden Fahrt waren wir dann endlich in Bergen und wir fanden doch tatsächlich sofort zu unserem neuen Domizil, ohne uns zu verfahren. Die Wohnungseigentümerin Henny hat einen Laden im Erdgeschoss (mehr dazu in einem späteren Blogeintrag) und half uns zusammen mit ihrem Mann Raby beim Auspacken des Autos. Bergen begrüsste uns dabei mit seinem natürlichen Wetter: Regen. Danach brachte ich das Mietauto zu Europcar. Zum Glück gab mir Henny ihr Navi, da ich vergessen hatte mir zu notieren, wo genau die Europcar-Station in Bergen ist. Wieder zurück in unserer neuen Wohnung packten wir noch ein wenig die Sachen aus dem Weg und gingen extrem erschöpft ins Bett.