Samstag, 25. August 2012

Forschungsstation Austevoll – 1. Woche

20.-24.08.12
Es war Zeit für mich zur Außenstation meines Instituts aufzubrechen. Die Forschungsstation liegt ca. 1 Stunde entfernt von Bergen auf der Insel Austevoll. Ich soll dort meine Experimente am Krill durchführen, da Bergen nicht die nötigen Einrichtungen dafür bietet. Ich mietete ein Apartment gleich neben der Forschungsstation und Barbara begleitete mich. Das Apartment ist mit allem eingerichtet, was man auch für längere Aufenthalte braucht: Waschmaschine, Küche mit Geschirrspüler, Herd und Kühlschrank mit Gefrierfach, nur eine Mikrowelle fehlt. Es gibt zwar einen Fernseher (den wir nicht nutzen), aber leider keine Couch zum gemütlichen Sitzen am Abend. Aber ich bin ja auch zum Arbeiten hierhergekommen ;-)

Die Forschungsstation ist in zwei Standorte aufgeteilt, einem Hauptgebäude, wo die Büros und die Labors untergebracht sind:

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Und einem zweiten Teil (Sauaneset), wo die Kulturen gehalten werden:

klick für Photosynth-Panorama

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In den Baracken werden hier einzellige Algen in riesigen Plastiksäcken, Zooplankton (kleine Krebstierchen, welche die Algen fressen, zumeist Copepoden) in riesigen Tanks und verschiedene Jung-Fische in abgeschirmten Netzen im Meer gehalten.

Meine Aufgabe besteht ja darin, mich mit dem Krill zu beschäftigen, den man (noch) nicht in Kultur halten kann. Deshalb versuchen wir den Krill mit umgebauten Plastikkanistern hier im Meer, quasi vor der Haustür, über Nacht zu fangen. Als Lockmittel dient eine kleine Lampe innerhalb des Kanisters. Leider macht sich der Krill momentan rar und ich bin mehr mit dem Aufbau der experimentellen Ausrüstung beschäftigt.

Forschungsstation Austevoll

Nun ist Wochenende und mal sehen, was wir hier so machen können...

Donnerstag, 23. August 2012

Bergenmuseum & Stabkirche

19.08.12
Eigentlich wollten wir wandern gehen, aber da es ein wenig regnete, entschlossen wir uns ins Bergenmuseum zu gehen. Das Bergenmuseum besteht aus zwei Museen, dem Naturkundemuseum und den kulturhistorischen Sammlungen. Das Highlight im Naturkundemuseum ist die Walhalle, an deren Decke viele Skelette verschiedener Walarten hängen. Da Norwegen einmal sehr aktiv im Walfang war (und teilweise immer noch ist), kann man im Museum eine Kollektion an Walskeletten betrachten, welche man unter dem heutigen Schutz der Wale wohl nicht mehr in dieser Form zusammenstellen könnte. Das Museum ist recht ‚old school‘ eingerichtet und es gibt wenig interaktive Elemente, welche man von heutigen Museen (zumindest in Deutschland) gewohnt ist. Trotzdem war es interessant, Gegenstände zu sehen, welche schon zum Teil vor über 100 Jahren so ausgestellt wurden. Für die kulturhistorischen Sammlungen hatten wir leider nicht viel Zeit, da das Museum schon um 16 Uhr schloss. Es zeigte z.B. das Leben der Wikinger, Trachten der Norweger und viele religiöse Artefakte.
Danach war das Wetter recht schön, was hier bedeutet, dass es nicht regnet, die Sonne ab und zu mal scheint und es ca. 20°C warm ist (während die Leute in Deutschland momentan bei 35°C schwitzen). Wir fuhren deshalb mit der Bybanen, der einzigen Straßenbahn hier in Bergen, nach Fantoft, dem hiesigen Studentenwohnungsviertel. Von dort waren es nur 10 min zu Fuß zu einer netten kleinen Stabkirche mitten im Wald. Die Stabkirchen werden so genannt, weil die Wände aus senkrecht stehenden Stäben gebildet werden. Diese frühe Bauweise christlicher Kirchen war in Skandinavien einst weit verbreitet. Die von uns besuchte Stabkirche war in den 90er Jahren komplett abgebrannt und wurde danach wieder neu aufgebaut.

Bergenmuseum & Stabkirche

Lepramuseum

18.08.12
Es regnete an jenem Samstag, weshalb wir ins Lepramuseum unweit unserer Wohnung gingen. Beim Museum handelt es sich um ein ehemaliges Leprahospital, in welchem Leprakranke wohnten, arbeiteten und gepflegt wurden. Westnorwegen hatte eine der höchsten Dichten an Leprakranken im späten Mittelalter in Europa, weshalb dort verstärkt Lepraforschung stattfand. Der Norweger Armauer Hansen entdeckte als erster den Krankheitserreger der Lepra im Jahre 1873, was einen immensen Fortschritt bei der Bekämpfung der Krankheit darstellte. Anfangs ging man nämlich unter anderem von einer erblichen Krankheit aus, bis der Nachweis einer bakteriellen Infektionskrankheit von Hansen gelang. Es gibt verschiedene Formen der Lepra, und eine Erkrankung muss nicht unbedingt zu einer verkürzten Lebenserwartung führen. Manche Leprakranke im Bergener Hospital wurden über 70 Jahre alt, auch wenn sie sich 40 Jahre zuvor ansteckten. Es folgen nun ein paar Fotos vom Lepramuseum, aber keine Angst, die ekligen Bilder habe ich weggelassen... 

Lepramuseum

Montag, 20. August 2012

In der City

15. & 17.08.12
Wenn in Bergen die Sonne scheint muss man das gleich ausnutzen. Meine Arbeitszeit im Sommer geht ja nur von 8 bis 15 Uhr. Danach bleibt einem noch genug Zeit, durch die Stadt zu streifen. Einen Nachmittag suchten wir einen ‚Verkaufsstand‘ von selbstgemachten Plätzchen angepriesen auf couchsurfing.org und facebook.com. Dabei handelte es sich um einen alten, schön restaurierten Vogelkäfig, welcher an einen Baum gebunden die Plätzchen und eine Karte enthielt. Daneben baumelte eine Dose als Vertrauenskasse. Auf der Karte stand geschrieben:
„Der Bergen Plätzchen Traum - Selbstgemachte Plätzchen aus Skuteviksveien
Vielleicht hast du die kleinen Stufen in der Mitte der alten Straße bemerkt, welche hier Skuteviksveien genannt werden. Sie wurden hunderte Jahre zuvor für die Pferde gemacht. Das inspirierte uns ein paar Pferdeplätzchen zu machen, welche du mitnehmen kannst. Wenn du es dir leisten kannst, packe bitte 30 Kronen oder 4 Euro in die Box mit dem Herz. Es ist ein Experiment in Vertrauen und wir hoffen du magst es. Mehr auf facebook. Danke schön.“
Gleich um die Ecke unseres Hauses kann man auf die Mauern der Burganlage gehen. Von dort hat man eine schöne Aussicht auf Teile der Stadt. Außerdem kann man sich dort schön Sonnen oder ein Picknick machen.

Bergen III

Bergen hat auch etliche alte, gut erhaltene Gebäude, wie den Hauptbahnhof, die Bibliothek und viele Kirchen. In den Straßen ist bei Sonnenschein immer was los. Vor allem in der letzten Woche war hier Ausnahmezustand, da die Studienanfänger die Stadt in eine Partymeile verwandeln. In vielen Häusern finden laute Privatpartys statt und auch draußen grölen und schreien die mehr oder weniger betrunkenen Jungstudenten herum. Die Studis verkleiden sich auch für die Partys, meistens im Römerstyle mit Tugas. Und sie feiern hier wirklich eine ganze Woche exzessiv!

Bergen IV

Fjorde & Bergregion bei Modalen

12.08.12
An diesem Sonntag sollte herrliches Wetter werden. Deshalb entschlossen wir uns eine kombinierte Fjord-Berg-Tour zu machen. Mit dem Boot fuhren wir von Bergen aus 2 Stunden nach Modalen, einem kleinen Ort am Rande der Welt, oder besser gesagt, an der Spitze eines Fjords. In Bergen war es ziemlich bewölkt und nebelig. Aber je näher wir dem Fjord kamen, desto mehr klarte es auf und schließlich kam die Sonne heraus. Die Aussichten vom Boot waren beeindruckend.
In Modalen angekommen hatten wir eine Stunde, um den kleinen Ort zu erkunden. Die meisten Häuser befanden sich an der Anlegestelle. Dort gab es ein Café und gleich daneben einen kleinen Sandstrand, was für Norwegen eher untypisch ist. Am Rande des Ortes gab es auch einen sehr langen Wasserfall zu bestaunen. Modalen ist wirklich nahe der puren Idylle. Der Ort scheint auch recht reich zu sein, was uns später unsere Busfahrerin erzählte. Zum Beispiel gibt es dort freies Internet für alle Gemeindeangehörige. 
Mit dem Bus fuhren wir über die Berge zurück nach Bergen. Die Busfahrerin erzählte viel Wissenswertes über die Region um Modalen und gab auch generelle Informationen über das Leben in Norwegen zum Besten. Sie zeigte uns auch einige ‚echte‘ Trolle in Form von Felssteinen. Die Trolle erscheinen nämlich nur alle 100 Jahre und werden im Sonnenlicht zu Stein. Mit viel Fantasie kann man eine ganze Menge Trolle in den Bergen erkennen. Auf der 3-stündigen Bustour hielten wir nur zweimal für einen Fotostopp an. Manchmal wurde mir echt angst und bange wie wir mit dem großen Touristenbus die extrem schmale Straße mit 20% Neigung hinunterfuhren. Oft mussten wir oder die entgegenkommenden Autos den Rückwärtsgang einlegen und bis zu einer breiteren Straßenstelle zurücksetzen.

Modalen
 

Samstag, 18. August 2012

Sotra – Zwischen den Schären

11.08.12
Meine Chefin Padmini lud Barbara und mich am Samstag zu ihrem Gartenhäuschen auf der Insel Sotra ein. Padmini holte uns mit dem Auto ab und ihre Datsche lag nur ca. 45 min vom Zentrum Bergens entfernt. Es war ein herrlich sonniger Tag und ich befürchtete schon einen Sonnenbrand. Bei der Datsche angekommen, begrüsste uns ihr Mann Atle und wir verbrachten eine Weile auf der Veranda. Danach fuhren wir mit dem Boot in nur 5 min zu dem nahe gelegenen Ort Glesvaer, wo ein Markt stattfand. Glesvaer als Ort zu bezeichnen ist auch etwas zu viel des Guten. Es handelt sich lediglich um eine Ansammlung von Häusern rund um ein nettes Café, welches jeden Tag von 11 bis 23 Uhr geöffnet ist.

Super-3D-Panoramaview (benötigt evtl. Installation von MS Silverlight)

Auf dem Markt traten auch Musikgruppen ganz unterschiedlicher Art auf, von traditioneller Musik bis Rock. Es gab etliche Stände an denen allerlei Kram und Kunst verkauft wurde. Natürlich gab es auch genug Essstände, damit niemand verhungern muss. Außer vielen Varianten von Fisch und Krabben sind auch süße Sachen, wie kleine Eierkuchen sehr typisch.
Wir verließen den Markt und machten eine Tour mit dem Boot durch die Schären(inseln). Zwischen den Schären befanden sich traumhafte Stellen mit flachem Wasser. Manche Leute baden dort auch, aber 13°C sind mir dann doch einfach zu kalt.

Sotra

Wieder zurück in der Datsche kochten Padmini und ihr Mann für uns. Nach dem Abendessen blieben wir noch lang und unterhielten uns über alles mögliche bevor uns Padmini wieder nach Bergen brachte.

Mittwoch, 15. August 2012

In den Bergen Bergens...

05.08.12
Am Sonntag Morgen schien die Sonne, die Gelegenheit, um endlich mit der Floibanen (eine Standseilbahn) auf den Berg Floyen zu fahren. Mit der Morgensonne im Rücken hat man vom Floyen einen herrlichen Blick auf das Stadtzentrum von Bergen. Deshalb ist die Floibanen auch mit die beliebteste Touristenattraktion. Mehrere hunderttausend Touristen bringt die Bahn jährlich zur Aufsichtsplattform.
Oben angekommen hat man mehrere Wanderwege zur Auswahl. Wir machten eine kurze Wanderung zu einem kleinen idyllischen See inmitten des Waldes. Das Wetter und die Natur waren großartig. Auch die ein oder andere interessante Sache konnte man am Wegesrand bestaunen, bevor wir uns auf den Abstieg nach Bergen machten...

Floyen

Donnerstag, 2. August 2012

Der erste Erkundungsrundgang...

28.07.12
Nach einer erholsamen Nacht im zu weichem neuen Bett, begrüsste uns Bergen mit seiner (wahrscheinlich seltenen) sonnigen Seite. Es war so warm, dass ich sogar kurze Hosen tragen konnte, T-Shirt war nur in der Sonne angenehm.
Nach zwei Minuten zu Fuß von unserer Wohnung waren wir schon in Bryggen, einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Bergen. Dabei handelt es sich um alte Holzhäuser ehemaliger deutscher Hanse-Kaufleute. Auf dem Kai vor Bryggen gibt es nette Cafés, welche bei Sonnenschein voll mit Leuten sind. Am Ende der Bucht befindet sich der Fischmarkt mit einer Unmenge an Ständen, an denen man von Krabben, Hummern bis Walfleisch alles erdenkliche aus dem Meer essen kann. Bei dem wunderschönen Wetter war die Stadt voll mit Leuten, welche sich in den Einkaufsstrassen und an anderen Marktständen tummelten. Die Stadt ist an manchen Stellen schön grün und umgeben von Bergen, aber schaut euch einfach die Fotos an...

Bergen I