Mittwoch, 26. September 2012

Endlich mal wieder etwas Sonne

22. & 23.09.12
Nach 3-wöchigem Regenwetter meldete sich mal wieder die Sonne in Bergen. Leider war Barbara krank und ich stieg allein unseren ‚Hausberg‘ hinauf um im Wald nach Pilze zu schauen. Ich fand mehr Touristen als Pilze und machte dann doch eher eine Wanderung draus. Das Pilzesuchen ist auch nicht so einfach hier in den Bergen, wenn man jeden Moment von einem Felsvorsprung stürzen oder im Sumpf stecken bleiben kann. Ich vermisse meine schönen platten und trockenen Flämingwald! Aber ich habe gehört, dass es im Fläming zu trocken für Pilze ist. Also ich würde gern ein bisschen Regen nach Brandenburg schicken!
Am Sonntag flog Barbara wegen Arbeit nach Kiel und ich machte am Nachmittag einen kleinen Fotobummel durch die Stadt…

Bergen im Sonnenschein

Jachthafen-Panorama

Rundumblick von der Burganlage

Vågenbucht & Bryggen

ICES-Konferenz

17.-21.09.12
Während der Woche nahm ich an einer Wissenschaftskonferenz über marine Fischerei und Ökosysteme, der ICES-Konferenz, in Bergen teil. Ich hatte keinen eigenen Beitrag, aber meine Chefin Padmini meinte, es sei gut sich die Vorträge anzuhören und Leute kennenzulernen. Viele meiner Kollegen vom Institut waren Teilnehmer der Konferenz, welche in einem Tagungshotel durchgeführt wurde. Das Hotel bewirtete uns zur Mittagszeit auch mit einem köstlichen Buffet. Die Tagungsbeiträge waren sehr interessant und lehrreich und es gab auch ein kleines kulturelles Rahmenprogramm.

ICES-Konferenz

Kulturnacht & Tango Lab Workshop

14.-16.09.12
Am Freitag fand die Kulturnacht in Bergen statt. Überall wurden kulturelle Beiträge geboten. Auf der Fußgängermeile hatten sie eine Bühne aufgebaut, auf der verschiedene Tanzgruppen der Region ihr Können zeigten. Wir schauten uns unter anderem eine Tango-Darbietung vom Bergener Tangoclub an, an welcher auch unsere Lehrer (siehe weiter unten) teilnahmen. Besonders beeindruckend waren auch die Poledance-Darbietungen. Die armen, leicht bekleideten Damen taten mir bei der Kälte echt leid. Aber anscheinend kann einem dabei recht warm werden.
Am Samstag & Sonntag nahmen wir an einem Tango Workshop teil, bei denen wir die Feinheiten der Drehungen (Giros) erlernten. Wir waren 8 Pärchen und unsere Lehrer Oliver (ursprünglich aus Ungarn aber nun in Wien wohnend und in Bergen zu Besuch) und Anabell (Norwegerin, welche auch Tangounterricht gibt) waren sehr gut in ihren Erklärungen (auf englisch-norwegisch-deutsch-ungarisch-mix).

Tango Workshop

Bergener Stadttage

08. & 09.09.12
Mich hatte eine Erkältung stark erwischt, weshalb wir nicht viel unternehmen konnten. In Bergen fanden am Wochenende die Stadttage statt, an denen so einiges in der Stadt organisiert wurde. Gleich bei uns um die Ecke, in Bryggen, war ein Bierfestival (Ølfestival). Bei diesem standen die Leute nur rum und tranken verschiedene Biersorten aus für mein Empfinden zu kleinen Gläsern. Aufgrund meiner Erkältung verzichtete ich auf die mickrigen Gläser und den wahrscheinlich überteuerten Spaß. Vor Bryggen wurde ein Essenmarkt (Matfestival) aufgebaut, an dessen Ständen man regionale Produkte, meist Fleisch, Fisch, Marmelade und Honig, kaufen konnte. Auf dem Burggelände wurde die Bergenhusdagene (Mittelalterspektakel) veranstaltet. Im Vergleich zu den Mittelalterspektakeln auf Burg Rabenstein und Eisenhardt war dieses recht klein. Aber man konnte doch einiges sehen, siehe Fotos…

Bergener Stadtfestival

Montag, 3. September 2012

Ulriken

01.09.12
Am Samstag beschlossen wir spontan wandern zu gehen. Eigentlich hatten wir das am Sonntag vor, aber nach dem Wetterbericht zu urteilen (wenn man diesem vertrauen möchte, denn er war schon oft verkehrt) sollte am Nachmittag eine Regenfront vom Atlantik herankommen, welche uns die nächsten Tage mit Regen versorgen soll (und diesmal hatte der Wetterbericht leider recht). Wir fuhren mit dem Bus zur Seilbahnstation des Ulriken, dem höchsten der 7 Berge, welche die Stadt Bergen umgeben. Im Bus kamen wir mit einem australischen Ehepaar ins Gespräch. Sie kamen aus Adelaide, der gleichen Stadt in der Barbaras Bruder momentan lebt. Zufälle gibt es, oder 'die Welt ist doch nur ein Dorf'. Wir fanden gemeinsam die Seilbahnstation und fuhren mit der Gondel bis zur Spitze des 643 Meter hohen Bergs. Von dort hatte man einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt.

Panoramaaussicht vom Ulriken

Es herrschte sehr starker Wind, der zum Glück die Wolken vom Gipfel fernhielt, denn oft habe ich den Gipfel des Ulriken schon im Nebel bzw. den Wolken gesehen. Der Wind hatte allerdings den Nachteil, dass es ziemlich kalt auf dem Gipfel war. Wir hatten eigentlich eine 5stündige Tour über das Plateau des Ulriken mit zum Teil anspruchsvoller Route vor, entschieden uns dann aber doch für den Abstieg auf einer 'moderaten' Rute. 'Moderat' hier würde aber in Deutschland schon 'anspruchsvoll' bedeuten. Teilweise mussten wir ganz schön klettern. Irgendwann kam dann auch der Nieselregen und machte die Felsen glitschig. So brauchten wir schon 2,5 Stunden bis runter und ich habe noch 2 Tage später Muskelkater. Anfangs liefen (und oft kletterten) wir durch eher freies Gelände, später durch feuchten Wald, der fast an tropischen Regenwald erinnerte, wenn es doch nur nicht so kalt gewesen wäre. Ich schätze wir hatten so um die 10°C. Die Feuchtigkeit stimmte jedoch

Samstag, 1. September 2012

Auf Austevoll – Wochenende und danach

25.-29.08.12
Am Wochenende war das Wetter auf Austevoll eher bescheiden. Am Samstag regnete es, sodass wir nur eine kleine Runde mit dem Kajak fuhren und ansonsten die Zeit im Apartment verbrachten. Am Sonntag war es sonnig und wir wollten den zweitgrößten Ort der Insel, Bekkjarvik (einige 100 Einwohner), besuchen. Ohne eigenes Auto wollten wir die 15 km dorthin trampen. Nach einer Stunde Laufen auf der Straße Richtung Bekkjarvik und vergeblichen Daumen nach oben halten bei ca. 15 vorbeifahrenden Autos gaben wir auf und gingen wieder zurück, diesmal ohne den Daumen. Na ja, so viel zur Freundlichkeit der Norweger. Zur Verteidigung muss man aber sagen, dass sie in ihren Pickups und Kleinbussen eben oft nur 2 und nicht 3 Sitze vorne hatten.
Wieder bei der Forschungsstation wollten wir stattdessen wieder mit dem Kajak los. Leider war solch ein starker Wind, dass wir unsere Tour (das zweite Mal) stark verkürzen mussten. Mit dem Wetter ist es eben nicht so einfach...

Auf der Arbeit ging es auch nicht so richtig voran. Wir hatten die Krill-Fallen über das Wochenende draußen im Meer. Der Krill hatte nun 3 Nächte Zeit in unsere von innen beleuchteten Kanister zu schwimmen. Aber die kleinen Viecher scherten sich nicht darum und blieben aus. Deshalb entschied ich mich, schon am Mittwoch wieder nach Bergen zurückzukehren.
Am Montag Nachmittag war jedoch noch mal schönes Wetter und wir fuhren mit dem Bus (die nun mal nur an Werktagen fahren) nach Bekkjarvik. Der Ort ist wirklich schön und hat wohl vor nicht allzu langer Zeit einen Wettbewerb gewonnen. Es wird auch kräftig an einer neuen und ziemlich modernen Wohnanlage gebaut. Im Ort befanden sich eine Galerie, welche Kunstwerke norwegischer Künstler vorstellte und ein Einkaufszentrum mit integriertem Museum im zweiten Stock. 
 
Komplettpanorama am Hafen von Bekkjarvik

Panorama des Hafenbeckens in Bekkjarvik

Bekkjarvik auf Austevoll

Samstag, 25. August 2012

Forschungsstation Austevoll – 1. Woche

20.-24.08.12
Es war Zeit für mich zur Außenstation meines Instituts aufzubrechen. Die Forschungsstation liegt ca. 1 Stunde entfernt von Bergen auf der Insel Austevoll. Ich soll dort meine Experimente am Krill durchführen, da Bergen nicht die nötigen Einrichtungen dafür bietet. Ich mietete ein Apartment gleich neben der Forschungsstation und Barbara begleitete mich. Das Apartment ist mit allem eingerichtet, was man auch für längere Aufenthalte braucht: Waschmaschine, Küche mit Geschirrspüler, Herd und Kühlschrank mit Gefrierfach, nur eine Mikrowelle fehlt. Es gibt zwar einen Fernseher (den wir nicht nutzen), aber leider keine Couch zum gemütlichen Sitzen am Abend. Aber ich bin ja auch zum Arbeiten hierhergekommen ;-)

Die Forschungsstation ist in zwei Standorte aufgeteilt, einem Hauptgebäude, wo die Büros und die Labors untergebracht sind:

klick zum vergrößern

Und einem zweiten Teil (Sauaneset), wo die Kulturen gehalten werden:

klick für Photosynth-Panorama

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In den Baracken werden hier einzellige Algen in riesigen Plastiksäcken, Zooplankton (kleine Krebstierchen, welche die Algen fressen, zumeist Copepoden) in riesigen Tanks und verschiedene Jung-Fische in abgeschirmten Netzen im Meer gehalten.

Meine Aufgabe besteht ja darin, mich mit dem Krill zu beschäftigen, den man (noch) nicht in Kultur halten kann. Deshalb versuchen wir den Krill mit umgebauten Plastikkanistern hier im Meer, quasi vor der Haustür, über Nacht zu fangen. Als Lockmittel dient eine kleine Lampe innerhalb des Kanisters. Leider macht sich der Krill momentan rar und ich bin mehr mit dem Aufbau der experimentellen Ausrüstung beschäftigt.

Forschungsstation Austevoll

Nun ist Wochenende und mal sehen, was wir hier so machen können...